28. August 2010
„Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Mach mich nicht nass, mach mich nicht nass, mach nur die bösen Buben nass.“
Mit der richtigen Kleidung kann man an jedem Wetter Spaß haben – sogar bei miesepetrigem Regen-Pitsche-Patsche-Wetter. Ein Cape oder Schirm – meiner hat einen blinkenden Glas-Möbelgriff am Knauf – schützen vor den Fluten, während sich das Auge am Regentropfentanz auf grünen Blättern, dem grauen Asphalt und den bläulich-glänzenden Pfützen weidet. Wenn aber wie momentan noch ein fieser Wind dazu kommt, dann wird einem das Regenvergnügen verleidet und man muss den Rückzug in die warme Stube antreten.
Kann man bei so einem Wetter also keine Naturfreuden erleben, dann muss man eben anders gesellig werden und zum Beispiel zu Gesellschaftsspielen greifen. Ich habe da über die Jahre eine kleine, aber feine Sammlung angeschafft, so dass immer etwas im Haus ist gegen die gemeinsame Langeweile. Darunter sind auch einige selbst gebastelte Spiele. Weil unsere Tochter früher vom Schiffe Versenken einfach nicht genug bekommen konnte und die Versionen, die man im Handel bekommt, billige Plastik-Modelle sind, habe ich zum Beispiel eine etwas edlere Variante davon entworfen. Dazu nahm ich zwei Holzplatten, auf die ich jeweils zwei Koordinatensysteme übertrug und die Linien einbrannte. In jedes der Quadrate im Liniengitter bohrte ich ein Loch, so dass man dort einen Möbelgriff einstecken kann. Fertig war das Spiel. Das schöne daran ist, dass jeder Spieler frei wählen kann, welche Knäufe er zum Markieren der Schiffe verwenden möchte. Und wenn man zu Rosengriffen greift, wie unsere Kleine, wird dem Spiel auch gleich sein martialischer Charakter genommen. Ob man das dann „Rosenkrieg“ nennen darf?
20. August 2010
Sommer, Sonne und Salate: Es ist erstaunlich, wie gut meine Rezepttipps zur Grillsaison bisher angekommen sind. Und da das Thermometer ja nun endlich wieder in Richtung himmelwärts steigt, will ich noch eine noch eine Salatvariante vorstellen, die sich herrlich neben Würstchen, Steak und Co. macht. Als kleine und unkomplizierte Beilage eignet sich mein Honigmelone-Tomatensalat vorzüglich. Man kann ihn auch „einfach so“ essen. Besonders schön lässt sich der Salat in einer selbst dekorierten Schale oder Schüssel anrichten. Haben Sie schon einmal versucht, eigene Tongefäße zu formen. Das ist gar nicht so schwierig und eine Schale eignet sich besonders als eine Form für Anfänger. In diese können Sie nach dem Hartwerden zum Beispiel als Füßchen einen Satz Möbelgriffe einschrauben. Oder Sie verzieren die Schalen mit einigen Blumenknäufen, Glasgriffen oder anderen Knaufformen.
Aber nun zum Rezept: Diese leichte Beilage mit süßer Note ist rasch zubereitet. Hierzu würfeln Sie die Honigmelone, Cherrytomaten sowie eine mittlere Schalotte und geben sie in eine Schüssel. Das passende Dressing rühren Sie aus dem Apfelessig und Balsamico an, würzen es mit Salz und Pfeffer und heben es unter den Salat. Diesen können Sie nach Belieben mit frisch gehackter Minze verfeinern.
Honigmelone-Tomatensalat
300 g Honigmelone
150 g Cherrytomaten
1 mittlere Schalotte
2 EL Apfelessig
1 EL Balsamico
Pfeffer, Salz
frische Minze nach Belieben
11. August 2010
Mobilität und Balancehalten scheinen zwei Gebote unserer Zeit zu sein. Einerseits wird der Mensch in Raum und Zeit immer flexibler, also mobil. Andererseits gilt es, das eigene Leben mit genügend Ruhe, Ausgeglichenheit, ja, Gelassenheit zu gestalten. Das kommt angesichts der Ansprüche von Beruf und Familie einem Balanceakt gleich. Ein für mich heute noch wunderbares Sinnbild für das Halten des Gleichgewichts im Leben ist das Mobile, welches mich schon als kleines Mädchen faszinierte. Ich hatte ein selbst gebasteltes Exemplar von meinem Onkel Joachim bekommen, das mit kleinen Muscheln, Nordseesteinchen und Federn geschmückt war. Besonders schön fand ich eine Art natürlicher Perle: Aus einem grünen Glasbruchstück hatte die See über mit schierer Ausdauer einen runden Schmuckstein geschaffen, der zudem ein Loch hatte. Noch heute bewahre ich das inzwischen in die Jahre gekommene Mobile hinter einem Glasbilderrahmen arrangiert auf und habe meine Freude daran.
Ein Mobile ist ganz leicht selbst gebastelt und kann aus allen möglichen Objekten bestehen: Eben auch Möbelgriffen und Knäufen. Das Wichtigste ist zunächst das Bauen des Mobilehalters. Da kann man zum einen einfach ein kleine Pappröhre – ein Abschnitt eines Küchenrollen-Kerns etwa – nehmen und durch sie vier Holzspieße stecken. An diese Enden kann man dann jeweils einen Knauf mit passender Schnur binden und die Gewichtsunterschiede durch Hin- und Herschieben der Stäbe ausgleichen. Mann kann natürlich auch in einer edleren Variante aus Metall – Aluminium eignet sich gut – bauen und die verwendeten Drähte mit kleinen Kugeln an den Enden verzieren. Hier machen sich dann offensichtlich die Aluminiumknäufe und Glasmöbelgriffe besonders gut. Als Träger können Sie auch alle möglichen Arten von Materialien und Formen nehmen, solange sie länglich sind. Mein Onkel verwendete damals Äste für den ersten bewussten Balanceakt in meinem Leben.
4. August 2010
Viele von Ihnen werden es mitbekommen haben: Der K2-Wasserkocher wird 50 Jahre. Diese Weiterentwicklung des K1, des ersten elektrischen, vollautomatischen Wasserkochers, kam 1960 auf den Markt und wurde eine wahrhaftige Stilikone. Über Jahrzehnte für der verchromte Kessel die Hochzeitsgeschenk-Wunschlisten an, und das nicht nur in Großbritannien, wo der kleine Helfer von der Firma Russel Hobbs entwickelt wurde. Denn nicht nur Tee-Trinker-Nationen wollen auf unkomplizierte Art zu heißem Wasser kommen. Dabei überzeugt der K2-Kessel gerade durch seine Durchdachtheit und Unkompliziertheit, sein schlichtes Design und einfache Schönheit. Und dabei sind die Kessel auch noch von einer ausgewiesenen Robustheit.
Warum ich das erzähle? Nun, sie mögen noch keine Ikonen sein, aber genau dieselben Attribute treffen auf die Möbelgriffe zu. Ohne Aufwand sind sie eingesetzt und aufgeschraubt, mit einem Handgriff der Knauf angebracht. Sie sind formschön, aber nicht beladen, stilvoll und elegant. Auch die Materialien der Knäufe und Möbelgriffe – Glas und Aluminium, Keramik und Holz – können sich nicht nur sehen, sondern auch angreifen lassen. Robust, stabil und solide sind diese natürlich obendrein. Und sie sind eine clevere Idee und aus dem Haushalt eigentlich gar nicht mehr wegzudenken. So wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Möbelgriffe vollends herumsprechen und die Knäufe selbst zu Stilikonen werden.