Mobilität und Balancehalten scheinen zwei Gebote unserer Zeit zu sein. Einerseits wird der Mensch in Raum und Zeit immer flexibler, also mobil. Andererseits gilt es, das eigene Leben mit genügend Ruhe, Ausgeglichenheit, ja, Gelassenheit zu gestalten. Das kommt angesichts der Ansprüche von Beruf und Familie einem Balanceakt gleich. Ein für mich heute noch wunderbares Sinnbild für das Halten des Gleichgewichts im Leben ist das Mobile, welches mich schon als kleines Mädchen faszinierte. Ich hatte ein selbst gebasteltes Exemplar von meinem Onkel Joachim bekommen, das mit kleinen Muscheln, Nordseesteinchen und Federn geschmückt war. Besonders schön fand ich eine Art natürlicher Perle: Aus einem grünen Glasbruchstück hatte die See über mit schierer Ausdauer einen runden Schmuckstein geschaffen, der zudem ein Loch hatte. Noch heute bewahre ich das inzwischen in die Jahre gekommene Mobile hinter einem Glasbilderrahmen arrangiert auf und habe meine Freude daran.
Ein Mobile ist ganz leicht selbst gebastelt und kann aus allen möglichen Objekten bestehen: Eben auch Möbelgriffen und Knäufen. Das Wichtigste ist zunächst das Bauen des Mobilehalters. Da kann man zum einen einfach ein kleine Pappröhre – ein Abschnitt eines Küchenrollen-Kerns etwa – nehmen und durch sie vier Holzspieße stecken. An diese Enden kann man dann jeweils einen Knauf mit passender Schnur binden und die Gewichtsunterschiede durch Hin- und Herschieben der Stäbe ausgleichen. Mann kann natürlich auch in einer edleren Variante aus Metall – Aluminium eignet sich gut – bauen und die verwendeten Drähte mit kleinen Kugeln an den Enden verzieren. Hier machen sich dann offensichtlich die Aluminiumknäufe und Glasmöbelgriffe besonders gut. Als Träger können Sie auch alle möglichen Arten von Materialien und Formen nehmen, solange sie länglich sind. Mein Onkel verwendete damals Äste für den ersten bewussten Balanceakt in meinem Leben.


















































0 Responses to “Immer die Balance halten”
Leave a Reply