Regenfreuden

28. August 2010

„Es regnet, es regnet, die Erde wird nass. Mach mich nicht nass, mach mich nicht nass, mach nur die bösen Buben nass.“

Mit der richtigen Kleidung kann man an jedem Wetter Spaß haben – sogar bei miesepetrigem Regen-Pitsche-Patsche-Wetter. Ein Cape oder Schirm – meiner hat einen blinkenden Glas-Möbelgriff am Knauf – schützen vor den Fluten, während sich das Auge am Regentropfentanz auf grünen Blättern, dem grauen Asphalt und den bläulich-glänzenden Pfützen weidet. Wenn aber wie momentan noch ein fieser Wind dazu kommt, dann wird einem das Regenvergnügen verleidet und man muss den Rückzug in die warme Stube antreten.

Kann man bei so einem Wetter also keine Naturfreuden erleben, dann muss man eben anders gesellig werden und zum Beispiel zu Gesellschaftsspielen greifen. Ich habe da über die Jahre eine kleine, aber feine Sammlung angeschafft, so dass immer etwas im Haus ist gegen die gemeinsame Langeweile. Darunter sind auch einige selbst gebastelte Spiele. Weil unsere Tochter früher vom Schiffe Versenken einfach nicht genug bekommen konnte und die Versionen, die man im Handel bekommt, billige Plastik-Modelle sind, habe ich zum Beispiel eine etwas edlere Variante davon entworfen. Dazu nahm ich zwei Holzplatten, auf die ich jeweils zwei Koordinatensysteme übertrug und die Linien einbrannte. In jedes der Quadrate im Liniengitter bohrte ich ein Loch, so dass man dort einen Möbelgriff einstecken kann. Fertig war das Spiel. Das schöne daran ist, dass jeder Spieler frei wählen kann, welche Knäufe er zum Markieren der Schiffe verwenden möchte. Und wenn man zu Rosengriffen greift, wie unsere Kleine, wird dem Spiel auch gleich sein martialischer Charakter genommen. Ob man das dann „Rosenkrieg“ nennen darf?

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