Sammelleidenschaft: Wie Knäufe glücklich machen

28. März 2010

Sammeln gehört zu den ältesten Tätigkeiten der Menschheit, waren unsere Vorfahren doch buchstäblich Jäger und Sammler. Neben Nahrungsmitteln und Werkzeug waren das mit Sicherheit auch früh schon die schönen Dinge. So sollen sich die Menschen schon vor mehr als 100.000 Jahren zum Beispiel mit Muscheln geschmückt haben. Andere Materialien sind später dazu gekommen. Schöne Dinge zu sammeln ist darum noch nie aus der Mode gekommen. Viele Menschen haben sich eigens einen Setzkasten angeschafft, damit sie ihre kleinen Kostbarkeiten in einem entsprechend ästhetischen Rahmen präsentieren können. Solche Setzkästen, also ausgediente Bleisatzbehälter oder Nachbauten, sind wahre Wunderkammern und Kuriositätenkabinette. Denn man mag sich kaum ausmalen, was sich dort alles befinden kann. Steine und Mineralien, Fossilien und kleines Strandgut habe ich schon gesehen, Zinnfiguren und Plastikpüppchen, Miniaturgeschirr und Automodelle.

Eine meiner Bekannten ist auch so eine Jägerin der schönen Dinge und sammelt in ihren mittlerweile drei Setzkästen so ziemlich alles, was ihr unterkommt und gefällt. Was lag da näher, als ihr bei unserem jüngsten Treffen ein paar Knäufe und Möbelgriffe mitzubringen, damit sie mit diesen ihre Sammlung erweitern kann? Sie war höchst erfreut und meinte, sie hätte nie gedacht, dass solche Funktionsträger wie ein Möbelknauf auch optisch so viel hermachen können. Meine Bekannte hat ihre neuen Schmuckstücke – „Queen Turquoise“, „Frisia“, „Flashy“ und „Blue Hathi“ – gleich in ihren Kästen untergebracht: einfach in einen Flaschenkorken geschraubt und ins Regal gestellt. Nun ist sie entzückt und das ist schließlich die Hauptaufgabe des Sammelns, seien es nun Möbelgriffe oder andere Objekte. Von Johann Wolfgang von Goethe stammt der schöne Sinnspruch: „Sammler sind glückliche Menschen.“

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